Klöster im Südwesten

Klöster waren im Mittelalter mehr als nur Stätten des Gebets. Die Äbte mächtiger Abteien traten ebenbürtig mit Bischöfen und Fürsten auf dem politischen Parkett auf und verfügten über große Ländereien und Besitztümer. Ob gewaltige Klosterstadt oder zurückgezogene Abtei – die Partnerklöster der "Papstgeschichten im Südwesten" zeigen, wie vielfältig die Beziehungen zwischen Klöstern und Päpsten im Mittelalter waren.

Mehr dazu in unserer Broschüre Papstgeschichten im Südwesten (epaper)

Kloster Bronnbach

Kloster Bronnbach

Im unteren Taubertal bei Wertheim liegt in idyllischer Landschaft und völlig abgeschieden die ehemalige Zisterzienserabtei Bronnbach. Im Jahr der Gründung 1153 nahm Papst Eugen III. das Kloster „Brunnebach“ in seinen Schutz. Mehrere Papsturkunden vom 12. bis 18. Jahrhundert zeigen, dass die Päpste die Abtei immer wieder reich bedachten. Das Kloster zählt zu den ältesten und besterhaltenen Klosteranlagen des Zisterzienserordens in Süddeutschland.

www.kloster-bronnbach.de

Abb. © Eigenbetrieb Kloster Bronnbach

Kloster Hirsau

Kloster Hirsau

Noch als Ruine mehr als eindrucksvoll: Kloster Hirsau war einst ein mächtiges Kloster. 1049 reiste ein Papst durch den Schwarzwald: Leo IX. besuchte seinen Neffen Graf Adalbert von Calw und ermahnte ihn, das verfallene erste Kloster in Hirsau wieder zu errichten. Zehn Jahre später begann der großartige Neubau. Im 11. Jahrhundert führte der damalige Abt Wilhelm führte mit der „Hirsauer Reform“ das Kloster zum Erfolg. Nach der Reformation errichteten die Herzöge von Württemberg ein prächtiges Renaissance-Schloss auf dem Klostergelände.

Homepage 

Abb. © SSG Baden-Württemberg, Foto: Corinna Greb

UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch

UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch

Als Papst Leo IX. gemeinsam mit Kaiser Heinrich III. das Reichskloster Lorsch am 25. Oktober 1052 besuchte, blickte dieses Kloster bereits auf eine fast 300 Jahre währende Geschichte zurück. Um 764 wurde es gegründet und 772 durch Karl den Großen zum Reichskloster ernannt. Unter Ludwig dem Jüngeren wurde die sogenannte „ecclesia varia“ als Grabkirche auf dem Klostergelände errichtet. Eben jene Kirche weihte Papst Leo IX. zu Ehren der Gottesmutter Maria, der Apostel und aller Heiligen während seines Besuches in Lorsch.

www.kloster-lorsch.de

Abb. © VSG, Foto: Tina Kotlewski

UNESCO Weltkulturerbe Kloster Maulbronn

UNESCO Weltkulturerbe Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn wurde 1137/38 gegründet und zehn Jahre später an einen günstigeren Ort im Tal der Salzach verlegt. Dort stehen die mächtigen Bauwerke des weitgehend erhaltenen Klosters bis heute. Der Papst in jener Zeit, Eugen III., war Zisterzienser und ein Schüler Bernhards von Clairvaux. Er stellte das neu gegründete Zisterzienserkloster Maulbronn 1148 mit all seinen Besitzungen unter päpstlichen Schutz. Die Kontinuität von über mehr als 450 Jahren ist sicher einer der Gründe für den guten Erhalt der Anlage.

www.kloster-maulbronn.de

Abb. © SSG Baden-Württemberg, Foto: Günther Beyerl

Stift Neuburg

Stift Neuburg

Das Benediktinerkloster Neuburg bei Heidelberg wurde um 1130 von der großen Abtei in Lorsch gegründet. Aus dem 14. Jahrhundert stammt eine hölzerne Statue des Papstes Gregor des Großen, welche sich heute in der Klosterkirche befindet. Heute leben zwölf Mönche unter der Leitung von Abt Winfried Schwab in der Abtei. Die Klosteranlage lädt mit der mittelalterlichen Kirche und ihrem idyllischen Garten zum stillen Gebet, zum gemeinsamen Verweilen oder zum Entdecken ihrer historischen Geheimnisse ein.

www.stift-neuburg.de

Abb. © Elisa Ziegenbein

Kloster Waghäusel

Kloster Waghäusel

Die kleine Kirche zur „Mutter mit dem gütigen Herzen“ mit dem angrenzenden Kloster ist bis heute ein beliebter Wallfahrtsort. Der Legende nach fand ein Schäfer 1435 ein wundertätiges Marienbild aus Stein in einer hohlen Eiche. 1473 ließ der Speyerer Bischof an dieser Stelle eine kleine Kapelle errichten. Heute laden Kirche und Kloster zu Rückzug und Gebet ein. Seit 1999 hat der Orden der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“das Kloster übernommen hat.

www.kloster-waghaeusel.de

Abb. © Kloster Waghäusel, Foto: Pater Jürgen