Podcasts zur Ausstellung

Für die Sonderausstellungen Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt produzierte Jörg Tröger exklusive Audio-Podcasts. Im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Weinfurter, Historiker an der Universität Heidelberg, widmet er sich analog zu den in der Ausstellung präsentierten Epochen Antike – Mittelalter – Renaissance jeweils einem Highlight-Exponat. Außerdem zeigt er Ihnen einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Ausstellungsmacher.

Rote Papstschuhe
Die roten Schuhe von Papst Benedikt XVI. in der Ausstellung

"Göttliche Schuhe"

Der Schuhmacher des Papstes

Sie blicken auf eine lange Tradition zurück: Die roten Schuhe des Papstes. Der Münchner Schumachermeister Bertl Kreca hatte die Ehre, rote Schuhe für Papst Benedikt XVI. ("Papa") anfertigen zu dürfen. Diese sind aktuell in der Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ zu bewundern. Im Podcast erzählt "Schuh-Bertl" wie es dazu kam, dass er für den Heiligen Vater die Schuhe fertigen durfte... Bereits seit der Antike trugen die Päpste rote Schuhe. Im Römischen Reich unterstrichen diese den Status des Papstes, denn nur die höchsten Würdenträger durften rote Schuhe tragen und hoben sich so auf den ersten Blick von den unteren Ständen in ihren schwarzen oder braunen Schuhen ab. Schnell avancierten die roten Schuhe zum festen Bestandteil der Garderobe des Pontifex.

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Podcast Göttliche Schuhe

 

Vulgata-Fragment
Älteste Fragmente der Vulgata-Übersetzung der Evangelien
St. Gallen, Stiftsbibliothek
Matthäus-Evangelium Kapitel 12, Verse 39-46, Oberitalien. © St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1395, p. 28 – Veterum Fragmentorum Manuscriptis Codicibus detractorum collectio Tom. II.

Das Papsttum in der Antike

Die Vulgata - Zeugnis der Latinisierung des Christentums 

Die sogenannte Vulgata-Übersetzung der Bibel des Kirchenvaters Hieronymus (gestorben 420) war ein Meilenstein. Erstmals lag eine zuverlässige und verbindliche lateinische Bibelübersetzung vor, die nach und nach die zahlreichen vorherigen Versionen der Heiligen Schrift ablöste. Die Neufassung des Hieronymus avancierte zur maßgeblichen Bibelfassung des Mittelalters und der Neuzeit. Auch der erste Bibeldruck von Johannes Gutenberg basierte auf ihr. Der Name Vulgata kam mit  Beginn der wissenschaftlichen Bibelforschung im 16. und 17. Jahrhundert auf und bedeutet verbreitet. Den Auftrag für die Revision – zunächst der vier Evangelien – erhielt Hieronymus von Papst Damasus I. (366-384). Bei seinen Übersetzungen griff er auf die griechischen Urtexte zurück.

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Podcast Vulgata

 

Capsella di Samagher
Die Capsella di Samagher mit der frühesten Darstellung der Petrusmemorie
© Capsella di Samagher: Venezia, Museo Archeologico Nazionale. Su concession del Ministero dei beni e delle attività culturali e del turismo – Polo museale del Veneto

Das Geheimnis der Petrusmemorie

Die Capsella di Samagher - ein 1500 Jahre alter Kulturschatz mit der frühesten Darstellung des Apostelgrabs

Ein absoluter Höhepunkt erwartet die Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung. Der erste Bereich widmet sich der Verehrung des Apostelfürsten Petrus, den Jesus Christus selbst zum Oberhaupt seiner Kirche ernannt haben soll und in dessen Nachfolge sich die Päpste sehen. Petrus soll zur Zeit Kaiser Neros in Rom gewesen und im Jahre 64 oder 67 als Märtyrer gestorben sein. Von Petrus‘ Anwesenheit, Lehre und Märtyrertod in Rom leitete die römische Gemeinde ihre Vorrangstellung gegenüber anderen christlichen Gemeinden ab. An das Grab des Petrus erinnerte die sogenannte Petrusmemorie, deren Verehrung bereits seit dem 2. Jahrhundert nachweisbar ist. Die Capsella di Samagher, ein Elfenbeinkästchen aus dem 5. Jahrhundert, ziert die früheste Darstellung der Petrusmemorie und ist damit für die Forschung eine überaus wichtige Quelle. Sie kommt aus Venedig nach Mannheim und war noch niemals zuvor in einer Ausstellung nördlich der Alpen zu sehen. Über ihre Bedeutung spricht Jörg Tröger mit Ausstellungskuratorin Dr. Viola Skiba.

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Podcast Capsella di Samagher

 

Papst-Kaiser-Rotulus
Papst-Kaiser-Rotulus, entstanden 1431 - 1433. © Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Das Papsttum im Mittelalter

Der Papst-Kaiser-Rotulus als faszinierendes Zeugnis der "alten Ordnung" 

Ein Highlight der Mannheimer Päpste-Ausstellung ist das Papst-Kaiser-Rotulus. Es ist fast 7 Meter lang und in der Schau in seiner vollen Länge präsentiert. Das fast 600 Jahre alte Dokument fasziniert Besucher wie Wissenschaftler gleichermaßen. Es ist farbenprächtig ausgestaltet und reiht geistliche und weltliche Herrscher von den Anfängen der Päpste aneinander. Unter ihnen auch ein seltenes Bildzeugnis der Päpstin Johanna. Welche Bedeutung dieses Objekt für die Geschichte des Papsttums hat, erklärt Prof. Dr. Stefan Weinfurter im Gespräch mit Jörg Tröger.

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Podcast Rotulus

 

Tizian Porträt Papst Julius II.
Bildnis von Papst Julius II. (1503-1513)
Florenz, Gallerie degli Uffizi, Galleria Palatina. Tiziano Vecellio (um1477/1490-1576), 1545-1546
Öl auf Holz; H. 99 cm, B. 82 cm © Su concessione del Ministero dei beni culturali e delle attività culturali e del turismo

Das Papsttum in der Renaissance

Das Porträt Papst Julius II.als Repräsentant neuer Papstdarstellungen

Die Ausstellung versammelt eine ganze Reihe eindrucksvoller Papst-Porträts. Stilbildend bis in unsere Zeit ist ein neuer Typus, der in der Renaissance mit den Amtsporträts von Julius II. (1503-1513) seinen Anfang nahm. Der greise Papst blickt den Betrachter nicht an, sondern wird im Dreiviertelprofil dargestellt. Sein Blick ist fest nach unten gerichtet. Gezeigt wird eine Audienzsituation, in der der sitzende Papst eine rote Kappe und einen Schulterumhang trägt. Als erster hat der Maler Raffael Julius II. in dieser für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Pose festgehalten. Von seinen Werken ließ sich Tizian inspirieren. Aus den weltberühmten Uffizien in Florenz ist eines seiner Gemälde jetzt in der Mannheimer Ausstellung zu sehen. 

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Podcast Papst Julius II.

 

Skandale und Intrigen

Spannendes rund um die Skandale und Intrigen der Renaissancepäpste weiß Ausstellungskuratorin Dr. Viola Skiba in diesem Podcasts zu erzählen. 

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Podcast Skandale und Intrigen

 

Papst Leo X.
Papst Leo X. mit den Kardinälen Giuliano de' Medici und Innocenzo Cybo © Gallerie Nazionali di Arte Antica di Roma, Palazzo Barberini

Über die wissenschaftliche Erarbeitung der Päpste-Ausstellung

Prof. Dr. Stefan Weinfurter leitet in Heidelberg die Forschungsstelle Geschichte und Kulturelles Erbe. Im Gespräch mit Jörg Tröger spricht der Mittelalter-Historiker über die Aufgaben der Forschungsstelle im Zusammenhang mit den Vorbereitungen der Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“. Sie zeigt die Geschichte des Papsttums anhand einzigartiger Exponate, darunter kostbare Leihgaben aus dem Vatikan und weiteren Museen und Sammlungen aus Europa.

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Podcast Teil 1

 

Podcast Teil 2

 

© Jörg Tröger

Über den Autor

Die Stimme von Jörg Tröger, 1943 geboren, dürfte vielen SWR2-Hörern bekannt sein. Von 1971 bis 1998 war er Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk, bis 2008 beim Südwestrundfunk. Er arbeitete für Hörfunk und Fernsehen auf den Gebieten Kultur und Wissenschaft. Jörg Tröger studierte Geschichte und Germanistik und lebt heute in Heidelberg.